WasserentsorgungPlatt ist wohl nicht so hochwassergefährdet wie die Nachbarorte des Pulkautales, weil der Ort an keinem durchfließenden Gewässer liegt. Aber wenn starke Gewitterregen über dem Sandberg niedergingen, dann ist es schon vorgekommen, daß der Bach im Ortsbereich aus seinen Ufern trat und Höfe am Anger überschwemmt wurden. Deshalb wurde ja auch bei der Drainierung und Bachregulierung 1903 das Bachbett entsprechend vertieft und die notwendigen Zulauf-(Vorflut-)gräben errichtet, die erst unterhalb des Siedlungsgebietes in den Bach einmünden. Ein Großteil des überschüssigen Regenwassers aber fließt doch durch den Ort, bringt viel Erde mit und verschlammt den Bach. Daher muß er häufig geräumt werden. Um diese Arbeit zu erleichtern wurde das Bett schon bei der Erstregulierung 1903 betoniert. 1976 wurde der Bach im Ortsgebiet nachreguliert und gleichzeitig die schon recht schadhaft gewordene Betonierung durch neue Betonschalen ersetzt, was man in den 80er Jahren von der Quelle bis zur Mündung durchführte. Arge Auswaschungen und Verschlammungen verursachte nach starken Regengüssen, aber auch bei rascher Schneeschmelze das Wasser, das durch den Nußwaldhohlweg, entlang der Straße durch die ursprüngliche, jetzt verbaute südliche Ortseinfahrt ("Wehr" genannt) dem Bach zufloß. Deshalb wurde 1962/63 am Nordrand des Nußwalds eine Schlammfanggrube errichtet, der Graben entlang der Straße verrohrt, diese bei HNr. 211 unterquert und die Verrohrung zwischen den Häusern Nr. 139 und 140 bis zum Bach geleitet. Der Weg wurde durch eine Staumauer mit davor liegendem Gitterschacht abgeriegelt. Dieses Projekt, das 240.000 S kostete, wird heute noch "Wildbachverbauung" genannt, weil Bürgermeister Pfeifer zur Finanzierung eine Landeszuweisung aus dem Fond "Wildbachverbauung" erwirkte. Vor der Jahrhundertwende gab es keine Häuserkanalisation. Das meiste Regenwasser versickerte im ungepflasterten Hof oder sammelte sich in der Jauchegrube. War die voll, floß das Wasser mit Jauche vermischt durch die "Reiher" in den Bach. Die erste allgemeine und planmäßig angelegte Kanalisation entstand zeitgleich mit der Drainierung und Bachregulierung 1903. Obwohl nicht verpflichtend, beteiligte sich der Großteil der Hausbesitzer. Der Hof bekam einen Gitterschacht, von dem Tonrohre mit Auslauf in den Bach verlegt wurden. Neben Regen- und Abwasser wurde auch überschüssige Jauche in den Bach geleitet, was zur Verunreinigung der Pulkau beitrug. Der Bau eines zeitgemäßen, hygienischen Kanalsystems (Ortsnetz) wurde 1967, mit dem Ausbau der Ortswege und der Wasserleitung koordiniert, begonnen. Die Hausanschlüsse für Regen- und Abwässer in einer Leitung (Mischwassersystem) an das Kanalnetz erfolgte kurz vor der Asphaltierung der Hauszufahrten 1970/71. Die vier Sammelkanäle werden am nördlichen Ortsende im Transportkanal vereinigt, der parallel zum Sulzbach und zur Pulkau in die Kläranlage östlich von Watzelsdorf einmündet. Nach Fertigstellung des neuen Kanalsystems wurden die alten Hausanschlüsse zum Bach stillgelegt. Zu diesem Projekt ergänzend noch einige Daten:
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