Die Bevölkerung

Besondere Berufe   ·   Lehrer   ·   Ministerialrat Josef Pazelt   ·   Politische Mandatare   ·   Geistliche aus Platt

Besondere Berufe

Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten fast alle Dorfbewohner von der Landwirtschaft. Die Bauern als "Selbstversorger" und die "Kleinen" als Dienstboten, Taglöhner, Gutsarbeiter oder örtliche Gewerbetreibende, die die Bedürfnisse an Bekleidung, Arbeitsgeräten und für den Haushalt weitgehend befriedigten. Demnach führt die Pfarrchronik 1837 in Platt 26 Gewerbebetriebe an:

1 Wirt 2 Fleischhauer 2 Bäcker 2 Schmiede
1 Binder 1 Glaser 1 Weber 1 Schlosser
1 Sattler 1 Wagner 1 Tischler 4 Schuhmacher
5 Schneider 1 Bürstenbinder 2 Greißler (Krämer)  

Besondere Einkäufe wurden nur auf Jahrmärkten in Retz oder Pulkau getätigt, die man zu Fuß oder mit dem Pferdefuhrwerk erreichte. Die Schulchronik erwähnte 1885 nur mehr 20 Gewerbetreibende. Die 1872 eröffnete Nordwestbahn erleichterte ja schon die Einkaufswege nach Retz oder Znaim. Die neue Bahn verschaffte auch jungen Männern neue Existenzgrundlagen als Bahnbedienstete, ein Beruf, der in Platt auch heute noch gerne gewählt wird.

Ein für Platt typisches Gewerbe waren die "Backofensetzer", betrieben von Angehörigen der Familie Schwertberger, die sich auf eine Maria-Theresien-Konzession berufen konnten und bis 1960 in Bäckereien und Bauernhäusern landesweit diese Tätigkeit ausübten.

Um die Jahrhundertwende war die wirtschaftliche Lage unserer weinbautreibenden Bauern schlecht. Aus Amerika eingeschleppte Schädlinge (Reblaus) und Krankheiten (Peronospora) der Rebe machten die Weinernten zunichte. Da versuchten vor allem Jugendliche ihr Glück in der Stadt, ja sogar Familien verließen, wenn sie sehr verschuldet waren, mit Kind und Kegel Haus und Hof, um in Wien Erwerb zu finden. Der damalige Pfarrer Berthold Bayer verhalf so manchem Schulabgänger zu einer erfolgversprechenden Lehrstelle und abwandernden Familien zu bescheidenen Existenzen (Bedienung, Hausmeister, Hilfsarbeiter usw.) in Wien. Unternehmungslustige junge Menschen verließen die Heimat, um "ihr Brot leichter zu verdienen" - oft mit Erfolg. Als Beispiel ist hier der Kleinbauer Franz Dobersberger zu nennen, der 1911 mit einer Milchverkaufsstelle in Wien begonnen hatte und es in zwei Jahrzehnten zum wohlhabenden Molkereibesitzer bringen konnte.

Ab der Jahrhundertwende erlernten immer mehr junge Burschen nach ihrer Schulzeit (selten Bürgerschul-Abschluß) einen Beruf (Kellner, Kaufmann, Bäcker, Konditor usw.) und bauten sich in der Stadt einen einträglichen Erwerb auf. Einige junge Leute versuchten knapp vor dem Ersten Weltkrieg sogar im Ausland, auch in der damals so verlockenden "Neuen Welt", ihr Glück: Johann Putz vom Haus Nr. 15, Johann Windisch (Nr. 7), Johann Stöger (Nr. 1), Johann Holzschuh (Nr. 59), dessen Schwester Franziska nach Frankreich ging und ihren Lebensabend als "Frau de France" in der Heimat verbrachte. Leopold Rirsch (Nr. 165), Anna Heger (Nr. 82), Johann Lewisch (Nr. 47) und Eleonora Putz (verehel. Prohaska) wanderten nach dem Ersten Weltkrieg nach Amerika aus. Johann Lewisch war Kellner in New York und ließ sich von seinen Ersparnissen in Platt das Haus Nr. 205 bauen, erwarb Ackerland und verbrachte als Bauer seinen Lebensabend in der Heimat. 1946/47 und 1950 bis 1960 war er auch Bürgermeister von Platt. Das Ehepaar Prohaska, das eine einträgliche Tankstelle und Autowerkstätte in New York besaß, wurde zu Wohltätern und Ehrenbürgern von Platt. Sie ruhen auch im heimatlichen Friedhof.

Bedingt durch die starke Abwanderung wurden nach der Jahrhundertwende viele leerstehende Häuser billig zum Verkauf angeboten. Solche Kleinhäuser erstanden Wiener Pensionisten, die ihren Lebensabend in dörflicher Ruhe verbringen wollten. Abgewirtschaftete Bauernhäuser wurden samt Äckern von Jungbauern aus Nachbarorten erworben. Aber auch in der Großstadt gescheiterte Existenzen kauften sich hier billig an und versuchten in ihrem Beruf neu zu beginnen. Daher ist um 1910 die Einwohnerzahl etwas angestiegen und in Platt wurde manch seltener Beruf verzeichnet: Pferdefleischhauer (Nr. 16), Uhrmacher (Nr. 111), Friseur und Fotograf (Nr. 195), Kammacher (Nr. 50/2), Greißler (Nr. 14 und 187), Knopfdrechsler (Nr. 87), Wannenbadbetrieb (Nr. 101). Auf Nr. 195 begann sogar ein Ansiedler ein Hotel zu bauen, es kam jedoch nie zur Eröffnung.

Nach dem Ersten Weltkrieg machte sich auch der Sog der Großstadt bemerkbar. Gleichzeitig war, bedingt durch freie Kleinhäuser, eine Zuwanderung festzustellen. Deutsche Eisenbahner aus Znaim, die sich für die österreichische Staatsbürgerschaft entschieden, fanden hier eine neue Heimat. Sie bekamen in den österreichischen Grenzbahnhöfen Dienststellen und in den Orten der Umgebung Wohnungen zugewiesen.

Ein ehemaliger ungarischer Offizier (Filibert Brillmayer) kaufte 1918 das Haus Nr. 14 und betrieb mit Erfolg Landwirtschaft. Er pachtete Äcker, die er später kaufte, und betrieb mit seinen Söhnen Obstbau. Die Familie legte auch eine ertragreiche Johannesbeerplantage an, aus deren Ernte sie "Ribiselwein" herstellte und sehr preiswert nach Deutschland verkaufte. Einer der zwei Söhne befaßte sich erfolgreich mit der Akklimatisierung der Sojabohne und verfaßte darüber eine Broschüre, die leider nicht mehr auffindbar ist.

Anklicken für Vergrößerung Ein Werbeblatt der Samenzüchterei F. A. Brillmayer (siehe Faksimile) aus den 30er Jahren über die Neuzüchtung der "Platter Silo" Sojabohne mit hohem Nähr-stoffertrag und einiger Sorten für Gewinnung von Sojaöl beweist diese Aktivitäten. Dort wird auch die Broschüre angepriesen: "Die Sojabohne, ihre Bedeutung, Kultur und Vermehrung" von F. A. Brillmayer und Dr. Fritz Drahorad, Oberkommissar der Bundesanstalt für Pflanzenbau in Wien.


 

Lehrer

Der Besuch höherer Schulen war bis zum Ersten Weltkrieg eine Seltenheit und wurde erst nach l920 häufiger. Lehrer gingen aus unserem Ort in beträchtlicher Anzahl hervor. Nachfolgend sind sie in chronologischer Reihenfolge angeführt:

  aus
HNr.
geb.  
Breit Mathias     der zweite Lehrer in Platt (l787 - 1812), war ein gebürtiger Platter.
Lewisch Josef

47 1863 Oberlehrer in Breitenweida.
Kolbe Maria 152 1865 Lehrerin f. weibl. Handarbeiten in Platt
Heger Maria 157 1880 Lehrerin f. weibl. Handarbeiten in Platt
Pazelt Josef

21 1891 Bez.-Schulinsp. in Wiener Neustadt, Min.-Rat.
Fidesser Josef 28 1899 HS-Lehrer in Pulkau, gest. l928.
Trojan Anton   1900 aus Zellerndorf, wohnh. in Platt, HS-Dir. in Pulkau.
Fidesser Berthold 28 1902 HS-Dir. in Scheibbs.
Bischof Franz 32 1902 VS-Dir. in Hardegg, gefallen l942.
Schwertberger Stephan 156 1902 HS-Dir. in Gresten, gest.l945 in Jugoslawien
Borimann Karl 149 1902 Berufsschuldirektor in Wien.
Fidesser Matthias 28 1906 HS-Dir. in Retz.
Greylinger Johann 10 1906 Berufsschuldirektor in Wien.
Fidesser Franz Josef 28 1908 Mag., Prof. Gymn. Hollabrunn.
Greylinger Matthias 35 1909 VS-Dir. in Roseldorf.
Mitterbauer Franz 91 1917 HS-Lehrer Friedrichsdorf (BRD).
Windisch Matthias 18 1918 HS-Dir. Wullersdorf.
Greylinger Eleonore 102 1926 SSch-Dir. St. Christophen.
Waldherr Gertrude 163 1927 VS-Lehrerin Haugsdorf.
Heger Johann 48 1928 HS-Dir. in Wien.
Fortner Johann 66 1929 Restaurator und freischaffender Maler, Zeichenlehrer an der VHS Tulln.
Moser Josef 185 1945 HS-Direktor in Zellerndorf.
Kraus Hermine 27 1946 HS Poysdorf.
Albrechtsberger Heinz 173 1947 HS-Lehrer in St. Pölten.
Greylinger Margarete 160 1949 Mag., Gymn.Prof. in Wien.
Fidesser Walter 180 1949 Ing., Landw. Fachsch. Retz
Fidesser Maria 28 1951 Mag., Gymn. Prof. in Wien.
Fidesser Ewald 180 1954 Mag., Prof. an HAK in Retz.
Waldherr Elisabeth 210 1957 Lehrerin in Retz
Albrechtsberger Margit 173 1958 Lehrerin Krems
Holzschuh Elisabeth 190 1958 Bezirk Baden.
Fidesser Margarete 6 1963 HS-Lehrerin in Wien.


 

1. Ministerialrat Josef Pazelt (1891 bis 1956)

Über den aus Platt stammenden und landesweit bekannten Schulmann, Heimatforscher und Jugendschriftsteller Ministerialrat Josef Pazelt soll hier ausführlicher berichtet werden.

Im Bauernhaus Nr. 21 wurde Josef Pazelt am 2. Februar 1891 als Sohn der Bauernfamilie Vinzenz und Maria Pazelt geboren. Er hatte noch vier Geschwister. Nach dem Wunsch des Vaters sollte der kräftige Junge Fleischhauer werden. 1897 trat er in die dreiklassige Volksschule seiner Heimatgemeinde ein. Bald erkannten die Lehrer die hohe Begabung des Kindes und rieten zum Studium. Mit zwölf Jahren verlor Josef seinen Vater. So mußte die Mutter mit zwei älteren Geschwistern die Landwirtschaft bestreiten und allein für die Familie sorgen.

Da nahm sich der damalige Pfarrer von Platt, Pater Berthold Bayer, des talentierten Buben an und ermöglichte ihm noch im dreizehnten Lebensjahr den Besuch der Bürgerschule in Retz. Auch dort hatte er trotz des beschwerlichen Schulwegs so gute Lernerfolge, daß er schon nach einem Jahr die Aufnahmsprüfung in die Privat-Lehrerbildungsanstalt der Katholischen Schulbrüder in Strebersdorf mit gutem Erfolg ablegen konnte. 1909 maturierte er mit Auszeichnung. Seine Lehrerlaufbahn begann er im Heimatbezirk, vornehmlich an der Volksschule in Hollabrunn. Nach Ablegung der Lehramtsprüfung für Bürgerschulen kam er 1914 als Fachlehrer für Deutsch, Geschichte und Geographie an die Bürgerschule in Pulkau.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914) mußte er einrücken und kam bald als Fähnrich an die Front. 1916 geriet er in russische Gefangenschaft, aus der er mit einigen Kameraden flüchten konnte. Er kam abermals an die russische Front, von wo er 1918 heil heimkehrte.

Anschließend wirkte er wieder als Bürgerschullehrer in Pulkau, bis er 1923 mit der Funktion eines Bezirksschulinspektors für Wiener Neustadt/Stadt betraut wurde. 1930 wurde er mit dem Titel Regierungsrat ausgezeichnet.

1932 bis 1934 war er zusätzlich Bezirksschulinspektor für den Bezirk Neunkirchen. In dieser Zeit war er auch sozialdemokratischer Abgeordneter zum Nationalrat. 1934, nach den "Februarkämpfen", wurde er seines Postens enthoben und lebte in stiller Zurückgezogenheit in Platt. 1938 wurde er zum Lehrerbildner berufen. Er kam an die Lehrerbildungsanstalt Znaim, wo er bei seinen Schülern hohes Ansehen genoß. Er unterrichtete Pädagogik.

1945 wurde Josef Pazelt in die Pädagogische Abteilung des Bundesministeriums für Unterricht berufen und war dort Lektor für Schul- und Jugendbücher. 1949 wurde er Ministerialrat.

1956, mit 65 Jahren, wollte er in Pension gehen und sich seiner jugendschriftstellerischen Tätigkeit widmen. Aber es kam anders: Am 4. Dezember 1955 unterzog er sich im Allgemeinen Krankenhaus einer Nierenoperation, nach der er aber am 22. April 1956 verstarb. Seinem Wunsch gemäß wurde er im Friedhof seiner Heimatgemeinde Platt beerdigt. Die zahlreiche Beteiligung von Freunden, Bekannten und einer großen Anzahl seiner Schüler am Begräbnis gab Zeugnis von seiner Beliebtheit und gereichte ihm, seinen Verwandten und der Heimatgemeinde zu größter Ehre.

"Josef-Misson-Bund" und "Niederösterreichisches Bildungs- und Heimatwerk", deren tätiges Mitglied Pazelt war, veranstalteten ihm zu Ehren im September 1970 eine Gedenkfeier mit Enthüllung einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Platt Nr. 21. Die Tafel zeigt ein Kopfrelief des Geehrten, darunter die Inschrift "1891 bis 1956, Schulmann, Heimatpfleger und Jugendschriftsteller".

Bücher von Josef Pazelt:

  • Aus sonniger Ferne (in der Kriegsgefangenschaft geschrieben),
  • Zizibe, ein Märchen für blonde und graue Kinder,
  • Käfermenuett (Mozart zieht auf seiner Reise von Wien nach Prag durch Platt),
  • Briefe an einen Hund,
  • Lambert Löffelmann und Silvester Aaser (ein niederösterr. Heimatbüchlein),
  • In tiefster Seele treu (Todesgedenken für Karl Renner),
  • Ein Freund und Helfer (Todesgedenken für Wiens Bürgermeister Theodor Körner),
  • Die Glocknerfee (unvollendetes Manuskript eines österreichischen Heimatbuches).


 

Zwei politische Mandatare aus Platt

Josef Pfeifer, Nr. 22, geb. 1931: Er begann seine politische Laufbahn l960 als letzter Bürgermeister der damals noch selbständigen Gemeinde Platt recht erfolgreich (Ortsstraßenbau, Wegeverbesserung, Bachregulierung, Schaffung von Grünanlagen und Einrichtung der neuen Schule). Von l966 bis 1991 vertrat er als Nationalrat die Interessen der Landwirtschaft.

Erich Fidesser, aus Nr. 6, dzt. 216, geb. 1939, begann seinen politischen Weg ebenfalls in der heimatlichen Gemeindestube, wurde 1974 bis 1993 in den niederösterreichischen Landtag gewählt und war gleichzeitig Finanzreferent seiner heimatlichen Großgemeinde Zellerndorf, wo er großen Anteil am Gelingen wichtiger Projekte hatte: Kanalisation mit Kläranlage, Amtshausbau, Schulzubau mit Sportanlagen und Kindergartenneubau. Beruflich ist er Geschäftsführer des NÖ. Hilfswerkes.


 

Geistliche aus Platt

Geistlichen Berufen widmeten sich nur wenige Platter:

Der Abt des Stiftes Zwettl Otto I. (1314 bis 1325) wird im Zwettler Urbar 1346 (Seite 218) Otto von Plad (Platt) genannt (Gesch. Beil. zum St. Pöltner Diözbl. XIV. Band, Bg. 13-18). Welche Beziehung der Abt Otto zu Platt hatte, ist auch im Stiftsarchiv nicht feststellbar. Es ist zu vermuten, daß er aus Platt stammte.

Franz Rirsch, Pater Lambert, Ordensbruder des Stiftes Schotten in Wien, ist am 3. 10. 1708 in Platt geboren. Seine Eltern Christian und Caterina (Trb. Zellerndorf IV/455) waren Bauersleute, vermutlich auf Haus-Nr. 4 oder 34. Nach dem Stiftsarchiv legte Pater Lambert Rirsch am 21. 12. 1730 im Stift Schotten die Ordensprofeß (Klostergelübde) ab und empfing am 25. 12. l732 die Priesterweihe. l732 bis l734 war er Stiftskooperator, l739 bis l747 betreute er die Stiftspfarre. l749 bis l750 lehrte er an der philosophisch-theologischen Hauslehranstalt Philosophie und Theologie. l750 kam er als Pfarrer nach Zellerndorf (vermutlich aus gesundheitlichen Gründen) und hatte dieses Amt bis zu seinem frühen Tode inne. Er starb, erst 46 Jahre alt, am 4. April l754 in Zellerndorf, wo er auch in der Kirche beigesetzt wurde. Seiner Initiative ist auch die Erbauung des barocken St. Ulrichsturms in seiner Heimatgemeinde Platt zu verdanken.

Josef Staudinger, Doktor der Theologie, Jesuitenpater, geboren am 11. 5. 1898 in Platt Nr. 61 (dzt. Nr. 79). Der Vater war Kleinbauer und Bäckermeister in Platt, mußte aber 1899 diese Tätigkeit aus Gesundheitsgründen aufgeben und zog mit seiner Familie nach Wien, wo er 1900 starb. Die Mutter und zwei ältere Schwestern konnten für die Familie nur kümmerlich sorgen. Daher kam Josef bald wieder nach Platt zu Verwandten, die aber für die Erziehung des ohnehin zarten Buben wenig Zeit hatten, sodaß er das erste Volksschuljahr mit schlechtem Erfolg abschloß. Nun nahm ihn (wahrscheinlich auf Betreiben des Pfarrers) das neu errichtete Waisenhaus in Retz auf, von wo er die weiteren Volksschulklassen und die 1. Klasse der Bürgerschule in Retz mit sehr gutem Erfolg absolvierte. Heimschwestern, Lehrerin und Dechant Rößler nahmen sich des begabten Schülers an und brachten ihn im Knabenseminar Hollabrunn unter. Dort besuchte er das Gymnasium und maturierte 1918 mit Auszeichnung. Dazu war er noch im Ersten Weltkrieg ein Jahr Soldat (Fähnrich). Am 18. 11. 1918 trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein. Nach zweijähriger Klosterprobe in St. Andrä/Kärnten studierte er scholastische Philosophie und war Erzieher im Jesuitenkolleg. 1924 begann er das Theologiestudium und wurde am 25. 7. 1927 zum Priester geweiht. 1930 promovierte er zum Doktor der Theologie. Dr. Staudinger war 1930 bis 1934 Professor für Rhetorik bei den Ordensklerikern in St.Andrä/K., anschließend bis zu seinem frühen Tode Professor für Exegese am Priesterseminar in Klagenfurt. Er starb am 15. 2. 1958 nach einer Nierenoperation an einer Thrombose. In seiner Trauerrede pries Bischof Köstner P. Staudinger als eifrigen Priester, unermüdlichen Beichtvater und begnadeten, fleißigen Schriftsteller. Seine religiösen Schriften, darunter 15 Bücher, waren gesucht und sind z. T. in fremde Sprachen übersetzt.

Geistlichen Berufen widmeten sich auch:

Josef Schreiber, v. H. Nr. 154, Laienbruder des Stiftes Gurk, geb. am 15. 2. 1911 in Platt, aus kinderreicher Familie, Vater war Eisenbahner und Kleinlandwirt.

Maria Withofner, v. H. Nr. 64, geb., 20. 11. 1935 in Platt. Sie entstammt einer kinderreichen Familie, ihr Vater, Ambros Withofner, betrieb eine kleine Landwirtschaft. Maria trat bald nach ihrer Schulpflicht ins Kloster ein und ist jetzt Missionsschwester in Zaire.

 

 

[ Das Dorf ]