Zum Spottspruch "Plod liegt mitten im Kot" und seinem historischen Hintergrund

Das Gelände zwischen Platt und Zellerndorf war früher sehr sumpfig und ein Fortkommen, vor allem nach einem Regen, nur schwer möglich. Als sich die Platter gegen Ende des 18. Jh.s um eine eigene Pfarre bemühten, begründeten sie ihr Bittgesuch an Maria Theresia mit dem Hinweis, daß bei schlechtem Wetter die Wegstrecke zwischen Platt und der Zellerndorfer Kirche nicht unter einer Stunde bewältigt werden könne, der Ort daher das Recht auf einen eigenen Pfarrer habe. Sogar der damalige Zellerndorfer Pfarrer Josephus Wurmb bestätigte, daß "bey üblem Weg nicht fortzukomen sey". Pfarrer Wurmb hatte sich schriftlich beim Platter Ortsrichter entschuldigt, daß einmal an einem Wochentag die heilige Frühmesse in Platt nicht gelesen wurde, obwohl er "Pater Conradum dahin abgeschickt" habe, und zwar zu Fuß, da ihm "ein Pferdt crepiret, und das andere auch krang" sei, "welcher aber zurückgekommen ist, und (ihm) die Unmöglichkeit vorgetragen hat, in dem über den Morast keine Brücken ist, noch der mindeste Steeg vorhanden."

In der Stellungnahme des Schottenabtes Benno Pointner vom Jänner 1781 wird jedoch darauf hingewiesen, daß die Strecke zwischen Platt und Zellerndorf leicht in weniger als einer ¾ Stunde zu absolvieren sei, eine Probe habe ergeben, "daß die Strecke von der Zellerndorfer Pfarrkirche bis Plat, in mitterm Schritte auch sogar bei nasser Witterung, folglich übeln und schlipfrigen Fußsteige in 39 Minuten" zurückgelegt wurde. Der Schottenabt wies die Platter an, als Maßnahme gegen den Morast Stege und kleine Brücken zu bauen, dies taten die Platter jedoch nicht....dafür erhielten sie letztlich eine eigene Pfarre.
Die Platter gingen weiter im Morast. Erst 1903 begann man mit ersten Drainierungsarbeiten, um das Dorf zu entsumpfen. Ortsbach und Feldgräben wurden reguliert und feste Brücken gebaut.

Siehe auch: Die Sage "Die Kirche in Platt"  

 

[ Das Dorf ]